cimer_batthyany1.jpg (96549 byte) Italienische Literaturwerke in ungarischer Übersetzung

 

Die italienische Literatur ist sehr mannigfaltig. Schon von dem VIII-IX. Jahrhundert an kennen wir verschiedene, als Literaturwerk geltende Texte. Von dieser Zeit an ist die italienische Literatur bestimmend in ganz Europa. Und, dass wir Ungarn diese Werke in unserer Muttersprache lesen können, ermöglichten uns unsere Übersetzer, zum Beispiel Mihály Babits, Géza Képes, Zoltán Jékey.

Das XII-XIII. Jahrhundert war in Italien die Zeit der religiösen Erneuerung. Schon in diesem Geist hat z.B. Sankt Franz von Assissi (1181-1226) gelebt - der Begründer des Franziskaner-Mönchordens und Jacopone da Todi (1236-1306) ebenfalls. Die Sonnenhymne von Sankt Franz von Assissi können wir in der Übersetzung von Géza Képes lesen:

 

„Gesegnet bist du, mein Herr, alle deine Werke sind gesegnet,

besonders unsere alte Schwester, die Sonne,

sie schaut uns vom Himmel, sie macht die Tage hell."

 

Das Stabat Mater von Jacopone da Todi hat Mihály Babits übersetzt, mit dem Titel "Hymne von der heiligen Mutter mit Weh":

 

Im Leid stand die Mutter,

weinend am Stamm des Kreuzes,

an dem ihr heiliger Sohn hing,

wem gebrochener, verzweiflungsvoller Geist

sollte ein hartes Schwert

quälend durchfahren.

 

Die Profane Lyrik ist im XIII-XIV. Jahrhundert erschienen. Cielo d’ Alcamo ist einer von diesen Vertretern der italienischen Literatur. In seinem in Versen geschriebenen Dialog („contrasto") möchte ein junger Mann ein Mädchen davon überzeugen, seine Geliebte zu sein:

 

„ >>Ich habe keine Ruhe weder in der Nacht noch tagsüber,

ich denke dauernd an dich, du glänzender Engel.<<

>>Ach so, du schwärmst für Liebe! Warte nur darauf!

Du bist verrückt, wie dieser, der das Meer pflügt,

damit er es besäen kann.<<"

 

Dieses Werk hat Géza Képes übersetzt.

Im XIII. Jahrhundert ist eine rebellische junge Dichtergeneration erschienen. In dieser Zeit hat Cecco Angiolieri gelebt, der ironische Geschichte geschrieben hat- auch über Dante. Angiolieri hat die „Anti-Beatrice" erschaffen.

Dante Alighieri wurde 1265 Florenz geboren. Er lebte in einer verarmten Adelsfamilie.

Er studierte in Bologna an der ältesten Universität Europas Medizin und Kunst. Er kannte die lateinische und römische Literatur gut. Sein Kunst erhielt nicht nur mittelalterliche, sondern auch Renaissance-Elemente.

Dantes große Liebe war Beatrice, die kommt in den meisten Dante-Werken vor. Dass diese Frau wirklich existierte, beweist uns Boccaccios Dante-Lebenslauf, in dem er eine Bice (Beatrice) Portinari nennt. Über diese Frau schrieb Dante sein Werk mit dem Titel „Das neue Leben" („Vita nuova"). Dieses Kunstwerk beeinhaltet Lieder (canzoni), und Sonette – außer den in Prosa geschriebenen Elementen. Es heißt „prosimetro". Es bedeutet, dass Verse und Prosa nebeneinander in einem Werk vorkommen. Das neue Leben besteht aus 31 Gedichten und aus 42 in Prosa geschriebenen Teilen. Nach Beatrices Tod schrieb Dante ein sehr bewegendes Sonett:

 

„ Es schien mir so, die Sonne scheint kraftloser,

als ob ein Stern auftauchte:

und die beiden weinten und weinten;

ich sah einen Vogel im Fluge runterfallen dort,

und die Erde sich bewegen.

Ein blasser Mann tauchte auf und mit heiser Stimme

sagte er: -Kennst du nicht das traurige Gerücht? Hör:

deine Herrin, die schönste von den schönsten ist tot."

 

Weitere Übersetzer dieses Werkes sind Sándor Weöres und Amy Károlyi.

Das Werk „Die Gesellschaft" (convivio)- ist in Prosimetro gschrieben. Die Gedichte hat Győző Csorba, die Prosa-Teile hat Mihály Szabó übersetzt.

Die literarische Gattung des Werkes ist eine philosophäische Abhandlung. Es ist in der Alltagssprache („volgare”) geschrieben. Die Inspiration des Werkes kommt von Aristoteles (ihn hielt Dante für den größten Philosoph) und Sankt Thomas von Aquino. Die Abhandlung handelt von einem Mahl, aber das muss man allegorisch verstehen.In diesem Mahl essen die Teilnemer von dem „philosophischen Brot”. So ist das Mahl die Philosophie an sich, es besteht aus 14 Teilen (Gerichten). In der Gesellschaft erscheint Dantes sehr starke Stellungname für die Muttersprache.

Dantes literaturgeschichtliches Werk, von der umgangssprachlichen Redekunst („De Vulgari eloquentia) drängt darauf, eine perfekte Umgangssprache zu schaffen, weil diese - sagte er, als er lebte - in Italien damals gar nicht existierte. Nicht einmal die toskanische Sprache konnte diese Rolle spielen. Die italienische Umgangssprache entstand zusammen mit La Divina Commedia.

Es ist interessant, dass Dante über die umgangssprachlichen Redekunst auf Latein geschrieben hat.

Ebenso, wie das Werk  die Monarchie (die Alleinherrschaft), entstand dieses Werk im XIV. Jahrhundert, als Heinrich der Siebte, deutsch-römischer Kaiser, mit seiner Armee in Italien einmaschierte.

Der Dichter verbrachte sein ganzes weiteres Leben in der Verbannung (weil er ein „weißer Guelf” war), aber in dieser Zeit hoffte er, dass die schwarzen Guelfe gestürzt werden.

Letztendlich wurde er enttäuscht.

In seinem politischen Werk „Die Monarchie” behauptete er, dass die Alleinherrschaft die einzige Lösung ist, die inneren Bürgerkriege zu beenden.

Dante machte klar, dass der Papst und der Kaiser keine Feinde, sondern nebeneinander regierende Personen sein sollten. Einer beschäftigt sich mit den religiösen Fragen, der andere mit den weltlichen Fragen.

Der Künstler hatte mehrere Briefpartnerschaften, zum Beispiel mit Forse, Donati oder mit anderen italienischen Dichtern. Wir kennen insgesamt drei von diesen Briefen. Den zwölften Brief, in dem er das Angebot ablehnt, wieder in Florenz zu leben, wenn er seine Schuld bekennt und sich vor der Öffentlichkeit entschuldigtschrieb Dante an einen Freund aus Florenz.

Dantes Antwort lautet: „Das ist nicht der Weg der Rückkehr, mein Herr.” Den Brief hat László Mezey übersetzt.

Das Werk „La Divina Commedia” machte Dante zu einem der größten Literaten .

Der Übersetzer des Werkes, Mihály Babits, sagte, dass es die ausgezeichneteste Literaturarbeit der Welt ist.

Dante lernte das Werk zwischen 1304 und 1309 (während seiner Verbannung) kennen. Es hat drei Hauptteile : die Hölle entstand 1309, das Purgatorium 1313, die Paradies 1321. Nach der Legende beendete er „La Divina Commedia” ein paar Tage vor seinem Tod.

Babits hat das Werk relativ frei übresetzt. Zum Beispiel klingt die letzte Zeile im Original so:

 

„Seguir virtute e canoscenza!”

 

Der Satz bedeutet:

 

„Wissen und fortkommen!”

 

In Babits’ Übersetzung klingt das so:

 

„Der Tugend und der Wissenschaft folgen!”

 

Dantes Rolle übernahm kurz nach seinem Tod Petrarca . Petraccos (das ist Petrarcas echter Name) Vater und Dante waren Schicksalskameraden und gute Freunde. Der in Arezzo geborene Junge wurde am avignonisches Hof der Päpste erzogen. Später ging er nach Florenz und nahm den Namen „Petrarca” an. Am achzehnten Mai 1238 traf er Laura (Laura bedeutet Lorbeerkranz). Die Liebe war nur platonisch, zwischen ihm und der Frau bestand kein Kontakt. Dante studierte im humanistischen Studium lateinische Literatur und Grammatik, Retorik und Dialektik. 1241 wurde er zum anerkanntesten Dichter („poeta laureatus”) gewählt. Er starb in Padova. Die Themen Natur und Laura ziehen durch seine Werke.

Seine Literaturarbeit das „Liederbuch” (Canzoniere) enthält Lieder und Sonette. Er hat ein neues, eigenes Sonett geschaffen. Er hatte auch Briefpartnerschaften.

Er schrieb auch ein Epos „Africa” und viele Abhandlungen. Seine ungarische Übersetzer sind György Sárközi und Éva Szabolcsi.

Der beste Freund von Petrarca war Giovanni Boccaccio (auch aus Florenz, aus einer Bürgerfamilie). 1362 bekam er ein großes Schuldbewusstsein wegen eines Wanderpredigers,

und wollte sein Hauptwerk „Decameron” verbrennen. Petrarca hat ihn überzeugt, das Werk zu behalten. Später hat er (Petrarca) ein paar Teile von Decameron ins Lateinische übersetzt.

In der späten italienischen Literatur gibt es viele Vertreter in jedem Stil.

Renaissance-Literaturkünstler und ihre Werke: Tasso: Befreites Jerusalem (ungarischer Übersetzer: János Arany), Luigi da Porto:Giulietta und Romeo.

Im Stil „Barock” schuf Giambattista Marino am meisten.

In der Zeit der Aufklärung waren die italienische Hauptkünstler Monti, Parini, Alfieri und Goldoni.

Romantische Vertreter sind Foscolo (Dichter) und Manzoni (Schriftsteller).

Der sizilianische Pirandello (XIX-XX. Jahrhundert) schuf eine neue italienische Literatur. Hauptsächlich war seine Kunst in Prosa (Romane und Dramen) hervorragend.

Er schrieb sein Hauptdrama „Sechs Gestalten suchen einen Autor” (Sei personaggi in cerca d’ autore) 1921. Es hatte einen Riesenerfolg. Pirandello schuf im Stil „novecento”, das war sehr erneuend.

Die Modernisierung in der italienischen Literatur dauert bis in unsere heutige Zeit.