cimer_batthyany1.jpg (96549 byte)Italienische Kontakte in der St-Stephans-Zeit

 

In einer späteren Quelle (in der kurzen ungarischen Geschichte von Petrus Ransnus vom Ende des 15. Jahrhunderts) können wir lesen: Als Stephan I. 33 Jahre alt war, ging er nach Rom, um die heilige Reliquien der Apostel St. Peter und St. Paul und der anderen christlichen Märtyrer aufzusuchen und um dem Paps seine Demut und Ehre zu zeigen wobei er sich ehrhaft verhalten hat.

Diese Mitteilung gründet sich aber auf ein Missverständnis einer Quelle, es ist nicht bewiesen worden, dass Stephan I. persönlich in Rom herumgekommen wäre, wir können dies auch für unwahrscheinlich halten. Falls er auch nicht zur ewigen Stadt gekommen ist, seine Tätigkeit hat sich bis dahin verbreitet. Laut der grösseren Stephan-Legende hat Stephan in Rom, in der „Hauptstadt der Welt” eine Korporation zu Ehren des ersten Blutzeugen, des heiligen Stephans gegründet, daneben hat er ein Gebiet mit einer Steinmauer umgegeben mit Häusern und Nachtherbergen für Ungarn, die zur Schwelle des heiligen Peter zum Beten gekommen waren.

Laut der kleineren Legende hat er ein paar Leute von sich mit äußerst großen Schätzen betraut und nach Rom geschickt, da er es für seine Verpflichtung gehalten hat, dort zu Ehren des heiligen Peters eine Kirche zu gründen, was auch geschehen ist.

Das Gebäude hat in Rom, neben der St-Peter-Kirche gestanden. Das Pilgerhaus hat das Ziel gehabt, mit Rom ein enges Verhältnis zu halten.

Stephan hatte eine ganz herzliche Beziehung zu dem Nachfolger des Papst Johannes II., der Johannes XVIII. hieß. Das kann man auch an seinem Messgewand sehen, was aber im XVII Jahrhundert in Mezt ( Frankreich ) verloren ging. Laut einer Beschreibung wurde es angeblich von Gisella und Stephan als Geschenk an den Papst geschickt. Wir haben aus einer späteren ungarischen Urkunde erfahren, dass Stephan dem heiligen Peter (Monostor) aus Ravenna jährlich 25 Mark in Silbergeld als Spende gab. Das diente den Interessen der nach Rom fahrenden ungarischen Pilger.

Einer der grössten Dienste, den Stephan für die christliche Kirche getan hat, war die Öffnung des durch Ungarn führenden Pilgerweges. Früher haben die ins „Heilige Land” fahrenden Pilger nur über riskante Meereswege reisen können, um ihre Ziele zu erreichen. Damals im 11. Jahrhundert, war die Fahrt über das Karpatenbecken immer noch gefährlich. Kálmán, ein schottischer Pilger kam am Anfang des Jahres 1010 auf seiner Reise in den Osten nicht weiter als bis zum Wiener-Becken: er wurde von dort lebenden Einwohnern gequält und aufgehängt. Ab 1018 (als sich auch die Verhältnisse im Balkan normalisiert hatten, der Krieg zwischen Byzanz und Bulgarien war beendet) ergab sich die Möglichkeit, sicher durch Süd-Ost- Europa zu reisen. Die ehemaligen ausländischen Berichte, die den Namen Stephan überhaupt erwähnten, taten dies wegen des Pilgerwegs. Laut Rudolf Glabers Lageberichten scheint ganz klar zu sein , dass man im Westen einen grossen Wert auf diesen legte. In dieser Zeit wähten fast alle, die aus Italien, Gallien nach Jerusalem, zum Grabe des Herrn fahren wollten, den Weg über Stephans Land. Er sicherte allen den Weg und empfing die Fremden mit Freundlichkeit und Geschenken.

Wegen dieser Großzügigkeit sind die Adeligen in Massen nach Jerusalem gewandert. Stephan hat mit Asterik Anstanz, der der Legat des Papst war, die Begründung der ersten vier Bistümer mit der Erlaubnis des Papst Silvester II. begonnen. Diese Bistümern folgten anderen Bistümern in Anwesenheit des Papstlegaten Azo im Jahre 1009. Er hat die Bischofssitze im Schutz der Dux-Berge und deren Soldaten gegründet und von hier ging im Rahmen der Burgbezirke die Gründung der kirchlichen Pfarren und die Geburt der dörflichen Kirchen aus. Vor 1026 kam der Heilige Gellért aus Venedig an (später wurde er der Heiliger Gellért genannt), er wurde ein Märtyrer. Er ist beim Vata-Aufstand gestorben. Er wurde in einer Patrizius-Familie in Italien, in Venedig geboren. Seine Eltern gaben ihm den Namen György. Sein Vater Sagredo war ein Kalmar. Sowohl sein Vater, als auch Gellért selbst hatten den grossen Traum, in ihrem Leben auf den Spuren des Erlösers, durch das Heilige Land zu wandern. Deswegen hat er 3 Jahre auf seine Ernennung zum Klostervorsteher verzichtet und ging mit dem Schiff aufs Meer. Zuerst wollte er aus Venedig zum Hafen Zara schiffen, aber wegen eines Sturms ist er am Ufer Istria gelandet. Während er dort wartete, hat er sich im Kloster des Heiligen Andreas mit dem Pannonhalmer Razin getroffen, der ihn überredete hat, den gottesfürchtigen König in Ungarn, Stephan zu besuchen. Im Juli 1015 (nach anderen Meinungen aber erst im Jahre 1020) kam er in Pécs bei Bischof Mór an, mit dem er zum König Stephan nach Székesfehérvár ging. Am 15. August ging der König in der Begleitung des Adels hier in eine riesige Holzkirche, um Marien-Himmelfahrt zu feiern. Auf dieser Messe preigte der ihm unbekannte Bischof Gellért.

Im Jahre 1023 ging er nach Bakonybél, wo er als Einsiedler betete und arbeitete. Im Jahre 1028, nachdem die Soldaten Stephans den Führer Ajtony besiegt hatten, erfolgte die Organisation der neunten Kirchenbezirkus in Folge. Stephan vertraute Gellért das Bistum und die Kolpen-u. Priesterschule an.

Gellért und seine Mitarbeiter haben diesen Aufgaben ehrenhaft bewältigt und der Ruf der Csanáder Schule hat sich schnell verbreitet. Er geriet wegen dem Schuz der europäischen Christen mit Aba Samuel in Konflikt, der mit seinen Herrschen und Untertanen nicht dem Beispiel des heiligen Stephan folgte. Im Frühling des Jahres 1044 hielt sich Aba Samuel in Csanád auf und hat 50, gegen ihn Rebellierende hinrichten lassen .Die für den 22. April Ostern vorgesehende Krönung verweigerte Gellért und prophezeite den Tod des Königs. Im Jahre 1046 ist in Transsilvanien ein Aufstand gegen die Herrschaft von König Péter ausgebrochen, dem sich die heidnischen Führer anschlossen. Gellért und seine Bischöfe eilten in den ersten Herbsttagen von Székesfehérvár nach Buda, um dort die aus Russland zurückkehrende Vazol-Brüder zu empfangen.

Eines Abends in der Gemeinde Diósd sagte er nach dem Abendessen seinen Bischöfen voraus, dass das dies ihr letztes Abendessen war. Noch an diesem Tag hat eine rebellierende ungläubigen Gruppe die in Richtung Buda fahrenden Bischöfe in der Nähe der Pester Anlegestelle gefangen genommen und ohne Ausnahme alle getötet. Gellért haben sie in ein Fass gesteckt und vom Kelen-Berg (den heutige Gellért-Berg) herunter gerollt. Danach haben sie seine Brust mit einem Speer druchgestossen und anschliessend ihn zu einer Klippe geschleift und sein Gehirrn verspritzt. Zuerst haben sie die Leiche des ersten ungarischen Blutzeugen auf der Pester Seite, in der Kirche begraben und später haben sie sie nach Csanád überführt.