Die
Beziehungen zwischen Ungarn und Italien während der Regierungszeit des Königs
Andreas II. und Béla IV.
Während der Regierung des Königs Andreas II
Zu Anfang des dreizehnten Jahrhunderts gab es zwei Orden von groβer Bedeutung in Ungarn: die Dominikaner und die Franziskaner. Die ersten Dominikaner kamen aus Italien nach Ungarn.
Zur Frage der Rivalität zwischen den Söhnen des Königs Bιla III. nahm der Papst Innocentius III. im Jahre 1203 wie folgt Stellung: im Falle der Thronfolge in Ungarn soll der Sohn von Imre die Krone bekommen, ferner, wenn Andreas einen Sohn bekommen wird, soll er das Herzogtum erben. Es ist offenbar, dass sowohl der Papst als auch Imre mit diesem Schritt eine Aktion gegen Andreas unternehmen wollten. Nach dem Tod von Imre wurde Andreas der Vormund von Ladislaus. Während Ladislaus am Leben war, wollte Andreas so sehr zur Macht kommen, dass Papst Inocentius III. ihn aufmerksam machen sollte: er solle sich an die Treueerklärung erinnern, die er dem jungen Kφnig gegeben hatte. Aber der kleine König ist im Jahre 1205 gestorben.
Von seinen ersten Frau bekam Andreas II. seine Tochter Elisabeth, die Papst Gregorius IX. 1235 heilig sprach. Andreas wollte Bertold, den Bruder seiner Frau zum Erzbischof in Kalocsa ernennen. Die Sache gelangte zum Papst, der hätte die Wahl verstärken sollen, um Bertold zum Erzbischof zu ernennen. Unter dem Einfluss von Andreas verstärkte der Papst Bertold als Erzbischof. Um zu studieren, ging der Kirchenfürst nach Vicenza, was der Papst nicht richtig fand. Auf päpstlichen Befehl kam Bertold nach Ungarn zurück. Nachdem er zurückgekehrt war, wollte er sich und seine Diφzese von dem Erzbischof in Esztergom unabhängig machen. Inocentius III. verstärkte diese Verständigung nicht.
Vom elften November bis zum dreiβigsten November 1215 dauerte die vierte Synode in Lateran, wo auch Ungarn vertreten war. Hier wurde ausgesagt, dass jeder Kanokon und Orden alle drei Jahre ein Groβkonzil halten musste. Es tauchte auch der Gedanke auf, man solle die Ordnungen der Orden erneuern, die die Kanonjuristen abfassen sollten. Zum Beispiel: Paulus Hungarus und Monte von Cremona. Das heiίt: der Orden verzichtet auf alle sichere Einkommen und sowohl der Wanderprediger als auch das Konventmitglied soll in christlicher Armut und vom Betteln leben.
Im Jahre 1215 heiratete Andreas noch einmal und nahm Jolanta von Byzanz zur Frau. 1216 war der lateinische Kaiser gestorben und die Rede kam auch auf Andreas in Beziehung mit dem Thron. Um eine Chance vor dem Papst zu bekommen, begann er seinen Kreuzfeldzug organisieren. Zuletzt krönte Papst Honorius III. einen anderen zum Kaiser. Der Feldzug konnte nicht mehr abgesagt werden und Andreas musste sich auf den Weg machen, aber der Feldzug brachte kein Ergebnis.
Unter der Leitung von Ordengründer Sankt Dominik wurde im Jahre 1221 im Groβkonzil in Bologna geplant, dass Ungarn die siebente Kirchenprovinz sein solle. Paulus Hungarus, einer von der Lehrern der Universität in Bologna, übernahm dieses und schon in diesem Jahr rief er das erste dominikanische Kloster in Stuhlweiβenburg ins Leben.
Andreas II. siedelte den deutschen Ritterorden in Siebenbürgen an, aber als der Ritterorden zur Last zu fallen begann, verjagte er ihn mit Gewalt. Da dieser Orden eine päpstliche Unterstützung hatte, nahmen die Beziehungen zwischen Ungarn und dem päpstlichen Staat immer mehr eine schlimme Wendung. Die Unzufriedenheit wurde auch dadurch gesteigert, dass Andreas nicht den christlichen Mietern den Streuereintrieb gab. Diese Sache erregte das Missfallen des Hochklerus. Am 29. Februar 1232 exkommunizierte Robert, der Erzbischof in Esztergom, den König, worauf er beim Papst Klage erhob. Der Papst stellte die Bestrafung ein und er sendete einen Bevollmächtigten nach Ungarn, der noch weitere Konzessionen vom König für den Klerus ertrotzte. Zu dieser Legation gehörte auch Rogerius, der italienische Schriftsteller. Andreas, der mit einer Geldstrafe belegt wurde , bezahlte wieder nicht, deshalb exkomminizierte ihn der Bischof in Bosnien . Er bat wieder den Papst um Hilfe, der aufs Neue verzieh.
Nach dem Tod von Jolanta heiratete der alte König auch zum dritten Mal: er nahm Beatrix, die junge Tochter eines italienischen Markgrafen zur Frau. Die Hochzeit wurde am 14. Mai 1234 in Stuhlweiβenburg gehalten. Die Kinder von Andreas empfingen die neue Stiefmutter feindlich. Zu dieser Gelegenheit kamen kirchliche und weltliche Notabilitaten aus Italien nach Ungarn und nahmen an der Trauungszeremonie teil. Auf Grund des Heiratsvertrags schenkte Andreas seiner jungen Frau eine sehr groβe Dotation Die verwandtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen, gab es keine Möglichkeit mehr, weil Andreas am 25. September 1235 gestorben war. Die schwangere Beatrix entfloh auf deutsche Erde und dort brachte sie ihren Sohn Stephan, den Vater des letzten Königs der Αrpαd-Dynastie zur Welt. Die wegen Untreue angeklagte Beatrix kehrte später nach Italien zurck und nach ihrem Tod wurde sie als selig gesprochen. Endlich siedelte sich Stephan in Venedig an und heiratete dort.
Die Regierung von Béla IV.
Andreas II. wandte sich, noch vor der Geburt seines Sohnes, mit der Bitte an den Papst, dass die geistlichen und weltlichen hohen Würdenträger seinem zukünftigen Sohn die Treue schwören. Seine Vorsicht zeigte sich als überflüssig.
Andreas kehrte 1218 von seinem Kreuzzug zurück, und brachte die Tochter des Nikaiaer Kaisers, Maria Laskaris mit sich, als Frau für seinen Sohn. 1220 wurde die Hochzeit gefeiert. Die Interessen von Andreas erforderten aber zwei Jahre später die Auflösung der Ehe seines Sohnes. Nach längeren Verhandlungen gestattete der Papst Honorius III. die Scheidung schließlich nicht. Béla musste fliehen, weil er sich dem väterlichen Willen widersetzte, aber dann gelang es dem Papst, Vater und Sohn zu versöhnen.
Béla brach die Vergütungspolitik seines Vaters ab, und begann noch während seiner Fürstenzeit mit Unterstützung des Papstes mit der Zurücknahme der verschenkten königlichen Güter. Dieser Versuch breitete sich aber auch schon auf die Güter der Kirche und der verschiedenen Kirchenorden aus.
Der Papst (Gregor IX.) widersprach erst dann, als Béla einen Teil des Besitzes vom ungarischen Tempelorden zurücknehmen wollte.
Um seine finanzielle Lage zu verbessern, erlaubte der Papst am 10. Dezember 1239 Béla IV., dass er die königlichen Einkommen (Steuern, Zölle, usw.) verpachtete gegen eine Bezahlung in einem Betrag.
1235 machten sich vier Dominikanermönche auf Kosten von Béla IV. auf den Weg, um die Madjaren im Osten aufzusuchen. Béla wollte wollte die von ihnen bewohnten Gebiete seinem Land anschließen. Die Missionsarbeit von Julianus war erfolgreich: am Mittellauf der Volga hatte er die im Osten verbliebene Gruppe des Madjarentums gefunden. Dadurch erwarb Béla das Vertrauen des Papstes, der ihn bei der Rücknahme der königlichen Güter unterstützte. Julianus hatte aber auch eine andere Nachricht, und zwar die Tatarengefahr.
Die Lage wurde dann kritisch, als im Jahre 1240 Kiew eingenommen wurde. Béla bat die Adeligen um Hilfe, er stieß aber auf Gleichgültigkeit. Danach bat der König auch den Papst und den deutsch-römischen Kaiser um Hilfe, sie waren aber mit dem Investitur-Kampf beschäftigt.
Am 14. April 1241 stieß das Heer von Béla mit den Truppen von Khan Batu bei Muhi zusammen, die Tataren umzingelten die ungarischen Truppen. Die Ungarn erlitten eine vernichtende Niederlage. Béla konnte zwar entkommen, aber das Land wurde bis zur Donau eingenommen und im Winter überquerten sie den Fluß und vewüsteten auch Transdanubien.
Der Tempelorden unterstützte trotz der Politik des Königs, Béla: In der Muhi Schlacht kämpften sie unter der Führung von Rembald de Karumb, dem Großmeister , bis zum Ende an der Seite des Königs. Die Schlacht hatte auch für den Orden katastrophale Folgen: sie verloren ihren Meister und auch die Mehrheit der italienischen und französischen Ritter.
Rogerius war ein Geschichtsschreiber, der 1205 in Italien geboren wurde. Er kam 1233 als Kaplan des päpstlichen Legats nach Ungarn. 1243-44 beschrieb er nach eigenen Erfahrungen den Tatarensturm in Ungarn, den er in Nagyvárad erlebte. Er gab seinem Werk den Titel „Carmen miserabile" (Klagegesang). Es ist eine Prosa in einer Briefform. Er deutete, im Verhältnis zu seinem Alter, bei der Tatarenkatastrophe auf sehr zeitgemäßer Weise auf die gesellschaftlichen Probleme hin. Die Gründe fand er in der gesellschaftlichen Entwicklung der 1230-er Jahre.
Nach dem Tatarensturm begann Béla mit den Ansiedlungen . So siedelte er auch die Kumanen in dem heutigen Donau-Theiß Zwischenstromland an. Diesen Schritt begründete er in seinem Brief an den Papst so:
„…wir lassen die Feinde des Christentums durch Heiden vernichten…"
Der Sohn Bélas war unter dem Namen Stefan V. ungarischer König. Seine beiden Kinder hatten eheliche Beziehungen zu Neapel, dadurch wurde die dynastische Beziehung gefördert.
Die Tochter Bélas war Margarete, die auf der Haseninsel in einem Nonnenkloster der Dominikaner lebte. Sie lebte ein vorbildliches Nonnenleben, wurde jedoch erst 1943 unter Papst Pius XII. heilig gesprochen.
Quellen:
http:// www.magyarmult.externet.hu Kristó Gyula – Makk Ferenc: Az Árpádok, fejedelmek és királyok (Szukits könyvkiadó, 2001)§ Csorba Csaba: Árpád örökében (Magyar Könyvklub – OFFICINA NOVA KÖNYVEK, Helikon kiadó, 1996)
§ Falcsik Mária – Száray Miklós: Mikor, hol, hogyan és miért történt Magyarországon? (Reader’s Digest Kiadó Kft. Bp., 2001)